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Der Tabakanbau in Deutschland

Historie und Verbreitung

Etwa im Jahre 1573 begann der Tabakanbau in Deutschland in der Pfalz. Ursprünglich war der Tabakanbau rein für Medizinische Zwecke gedacht, doch etwa 100 Jahre später fand der Tabak dann seine heutige Verwendung.
Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Tabakanbau in Deutschland seine größte Verbreitung. Damals verdienten etwa 200.000 professionelle Pflanzer auf einer Anbaufläche von mehr als 20.000 Hektar ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau von Tabakpflanzen. Für die damalige Zeit war also der Tabakanbau von großer sozialer und auch volkswirtschaftlicher Bedeutung.
Heute existieren vor allem in Baden Württemberg, Rheinland Pfalz und Bayern noch große Tabakanbaugebiete. Die Tabakpflanzer sind heute in Erzeugergemeinschaften organisiert. Hierdurch sind Qualität, Vermarktung und die Einhaltung von Lieferverträgen sehr gut abgesichert.

Tabaksorten

In Deutschland werden vor allem drei Tabaksorten in verschiedenen Variationen angebaut.

Tabak Sortengruppen Übersicht

DLT  Burley  Virgin 
Diese Tabake sind dunkle aromatische Tabake mit mittlerem Nikotingehalt. Diese Tabake werden für Zigaretten und als Kautabak verwendet.

Anbau und Auspflanzung

Junge Tabakpflanzen werden in der sogenannten Schwimmpflanzenanzucht ausgesät. In den Gewächshäusern werden spezielle Wasserbecken vorbereitet und mit Styroporplatten bestückt. In den Platten befindet sich die Erde mit den Tabaksamen. Die Aussaat beginnt Ende Januar bis Anfang März.
Die jungen Tabakpflanzen werden dann im Mai ausgepflanzt. Dabei ist zu beachten dass Tabak durchaus sehr frostempfindlich ist. Die Aussaat erfolgt heute maschinell, dabei werden ca. 25.000 Pflanzen pro Hektar gesät.

Tabakernte

Die Tabakernte beginnt im Juli und kann sich bis in den Oktober hineinziehen. Dies ist abhängig von der jeweiligen Anbauregion. Die Blätter werden dabei entsprechend ihrer Reife von unten nach oben geerntet. Die unteren Blätter werden Grumpen genannt. Diese haben einen sehr geringen Nikotingehalt. Etwas oberhalb sind die Sandblätter. Diese Tabakblätter sind qualitativ am hochwertigsten. Weiter oben folgen dann das Hauptgut und das Obergut. Der Nikotingehalt steigt dabei von unten nach oben.
Die Ernte erfolgt größtenteils immer noch per Hand. Für ofengetrocknete Virgintabake werden heute auch mechanische Vollernter verwendet.

Tabaktrockung

Bei der Tabaktrocknung unterscheidet man zwischen zwei Verfahren:

Bei der Lufttrocknung werden die Tabakblätter nach der Ernte zusammengenäht und in Bündeln aufgehängt. Das Einnähen erfolgt heute nicht mehr von Hand, sondern maschinell. Aufgehängt werden die Bündel jedoch nach wie vor von Hand. Der Trockenvorgang ist witterungsabhängig und kann zwischen drei und acht Wochen dauern.
Bei der Ofentrocknung werden die Blätter in Metallrahmen gelegt. Der Ofen wird mit Heizöl bzw. Erdgas betrieben. Der Trocknungsvorgang selbst dauert ca. 1 Woche. Bereits während des Trocknungsvorganges verändert sich der Tabak in seiner chemischen Zusammensetzung. Durch die Freisetzung von Chlorophyll werden Eiweis, Zucker, Stärke und auch Nikotin abgebaut. Die grünen Tabakblätter erhalten jetzt auch ihre bräunliche Färbung.

Aufbereitung und Verkauf

Die Rohtabakblätter werden je nach Erntestufe in verschiedene Qualitätsklassen eingeteilt. Hier spielen folgende Kriterien eine wichtige Rolle:

Die Rohtabakblätter werden in Kisten, Kartons oder Ballen sortiert, gelagert und anschließend zur Käuferfirma transportiert.

Forschung

Die Anforderungen an die Tabakpflanze werden unter den Gesichtspunkten Aroma, Inhaltsstoffe, Krankheitsresistenz etc. immer höher. Hier findet eine intensive Zusammenarbeit der Erzeugergemeinschaften mit den landwirtschaftlichen Forschungszentren statt. Für eine hohe Erzeugerqualität sind auch Pflanzenschutz, Düngung und Kulturführung von großer Bedeutung. Auch hier unterstützen die landwirtschaftlichen Forschungszentren.

Quelle: Tabakzeitung, Dannemann

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